DSC_0284

2011 The Pleasure of Making Art

The Pleasure of Making Art

„One loses himself in his life …  if one asks for the identity of the matter. Then the matter is ‚bungled‘ because one gets involved in classification. It is a matter of producing something which happens between the ideas and which one cannot name. One must try rather constantly to give it a colour, a shape, an intensity which never reveals its true nature. That is art of living. Art of living means to kill psychology and to spawn from oneself as well as together with other individuals, beings, relations, qualities that have no name.“ (Michel Foucault)

Essentially, this exhibition is an attempt to break through the border between my everyday thoughts and the artistic pursuit. Therefore, a new room arises for me which goes beyond this border and variously changes the relation to art. I Have to Make an Artwork Everyday is based on the process of origin and contradiction.

Because I didn’t have a studio at that time, I had been using the studio of a friend, and that’s why I had to paint ready the complete canvas in a few days. Under time pressure, I at least, had enough space to materialize my idea, to give it a shape. Excitement and perseverance are very important qualities for succeeding in the art world. On that note, I also created the second work I Want to Amuse Myself. Here, however, I have searched the relaxation and the entertainment of drawing. The endless lines had a reassuring and soothing effect on me. I have also revived the colour pencil leftovers, and not treated them as being garbage.

Doused with polyester, they have received the form of a sculpture. The black repainted puzzle with the allusion to Mona Lisa’s smile is furthermore a deepening of the process of relaxation and reassurance – the same state like when drawing. Following the genesis of the work contributes to essential variations of the point of view. The concealed shape of the La Gioconda remains anonymous, being submerged in the mysterious.

The Trepanation drawing displays a surgical procedure with which the skull is opened mechanically. It remains undecided, in which manner we are exposed to external interventions and in which way we are able to leave the everyday thinking behind.

——————————————————————————–

Das Vergnügen, Kunst zu schaffen

“Man verliert sich in seinem Leben… wenn man nach der Identität der Sache fragt. Dann ist die Sache “verpfuscht”, weil man sich auf Klassifikation einlässt. Es geht darum, etwas hervorzubringen, das zwischen den Ideen geschieht und das man nicht benennen kann. Man muss vielmehr ständig versuchen, ihm eine Farbe, eine Form, eine Intensität zu geben, die niemals sagt, was sie ist. Das ist Lebenskunst. Lebenskunst heißt, Psychologie zu töten und aus sich heraus wie auch zusammen mit anderen Individuen, Wesen, Beziehungen, Qualitäten hervorzubringen, die keinen Namen haben.”  (Michel Foucault)  

                        

Im Wesentlichen ist diese Ausstellung ein Versuch, die Grenze zwischen meinen alltäglichen Gedanken und dem Schaffen von Kunst zu durchbrechen. Somit ergibt sich für mich ein neuer Spielraum, der über diese Grenze hinausgeht und das Verhältnis zur Kunst vielfältig verändert.

I Have to Make an Artwork Everyday beruht auf dem Prozess der Entstehung und des Widerspruchs.

Da ich damals kein Atelier hatte, habe ich das Atelier  eines Freundes benutzt und deswegen musste ich auch die komplette Leinwand in ein paar Tagen fertig malen. Unter Zeitdruck gesetzt, hatte ich zumindest ausreichend Platz, meine Idee zu verwirklichen, ihr eine Form zu geben. Aufregung und Beharrlichkeit sind sehr wichtige Eigenschaften um Erfolg in der Kunst zu haben.

In diesem Sinne schuf ich auch das zweite Werk I Want to Amuse Myself.  Hier allerdings  habe ich die Entspannung und die Unterhaltung vom Zeichnen gesucht. Die endlosen Striche hatten auf mich eine beruhigende und erleichternde Wirkung ausgeübt. Auch die Reste von den Farbstiften habe ich wiederbelebt und nicht  wie Müll behandelt. Mit Polyester übergossen haben sie die Form einer Skulptur bekommen.

Das schwarz übermalte Puzzle mit der Andeutung von Mona Lisas Lächeln ist weiterhin eine Vertiefung des Prozesses der Entspannung und der Beruhigung, der gleiche Zustand wie beim Zeichnen. Das Beachten von Entstehung der Arbeit trägt zu wesentlichen Variationen des Blinkwinkels bei. Die verborgene Gestalt der La Gioconda  bleibt anonym und versenkt ins Geheimnisvolle.

Die Zeichnung Trepanation stellt ein operatives Verfahren dar, bei dem der Schädel mechanisch geöffnet wird. Auf welche Weise wir äußeren Eingriffen ausgesetzt sind und auf welche Art wir das alltägliche Denken hinter uns lassen können, bleibt noch dahingestellt.

 

 

Installation view of the solo exhibition The Pleasure of Making Art, 2011, Galerie im Traklhaus
Installation view of the solo exhibition The Pleasure of Making Art, 2011, Galerie im Traklhaus
Untitled, 2010
Untitled, 2010

Der Letzte Beamter_orig

Günter Schuch_Foto2

The last clerk, 2007 5:06 min
The last clerk, 2007
5:06 min